Nimmerland

Aktuell sind wir im September 2020 und die Regierung warnt davor, dass es im Herbst wieder zu einem Lockdown kommen kann. Für mich persönlich würde es keine Änderung zum Lockdown im Frühjahr dieses Jahrs geben. Da ich Homeoffice tätig sein kann, bin ich grundsätzlich deswegen schon den ganzen Tag zuhause. Es kommen dann lediglich einige Einkäufe hinzu, wobei man hier schon deutlich mehr je Einkauf mitnimmt, um den täglichen Gang zum Markt zu vermeiden. Am Schluss bleiben noch die Aktivitäten mit den Kindern, denn die Treffen mit einem 2. Haushalt haben kein Vergleich zum früheren Alltag.


Diesen Beitrag möchte ich den Kindern widmen. Auch sie durchlaufen eine schwierige Zeit und ich möchte meinen größten Respekt für Sie aussprechen. Allen voran meinem kleinen Schatz Liam. Es ist sehr schwer ihm wieder und wieder versuchen zu erklären, warum wir nicht ins Hallenbad fahren können und dort wie vor 1 Jahr, abwechselnd die rote und gelbe Rutsche hinunter brausen. Ebenso doof ist die ständige Mahnung, etwas nicht anzulangen, mit der Voraussicht, dass dann die Hand ins Gesicht gelangt und dort mögliche Viren verbreitet. Die zeitweise Kiga-Schließung, der fehlende Gang zum Fußball oder auch die reduzierten Treffen mit anderen Kindern. Ich bin der Meinung, dass dies nicht spurlos an den Kindern vorbeigehen kann. Verschiedene Studien belegen bereits jetzt, dass die Kinder mit Spätfolgen rechnen müssen. Durch die Zeiten in „Stay @Home “ wird es Verhaltensänderungen geben. Ab und an kann man bereits mehr Antriebslosigkeit und Rückzug erkennen. Die Zeit an Bildschirmen wie Handy und Tablet nehmen zu.


nimmerland


Es ist nun unsere Aufgabe, die Kinder an die Hand zu nehmen und sie bei der Bewältigung dieser ungewohnten Zeiten zu unterstützen. Was hilft sind Geschichten, darüber, was noch alles kommen wird und was sie in ihrer Fantasie bereits heute erleben können. Wer kennt noch das Nimmerland? Peter Pan war der Anführer „der verlorenen Jungen“ und erschwerte auf einer fernen Insel das Leben der Piraten. Er verkörperte die Unschuld und Sorglosigkeit der Kinder und er zeigte Ihnen, ohne Sorgen und echtes Leid zu leben oder in der heutigen Sprache, mit Corona. Die Kinder sollen die Lust verspüren, dass sie nie erwachsen werden und kein Verständnis für Gefahren brauchen. Halten wir die Zeit unsere Kinder doch einfach an und machen Ihnen das tägliche Leben so spannend wie möglich. Anders wie Peter Pan, müssen wir die Kinder nicht für immer im Nimmerland festhalten. Wir können jedoch imaginäre Sprungbretter geben und nie reißende Lianen, welche es ermöglichen über die Gefahren hinweg zu fliegen. Lassen wir den Kindern ein Fenster auf und schließen es nicht, wenn es neue Lockerungen geben wird. Auch ich muss mich täglich daran erinnern, wo ich doch selbst schon genug „Regeln“ definiere um das Kind möglichst gut auf das Leben vorzubereiten. Aber hier und da erinnere ich mich auch an Tabaluga zurück und an die Worte:

 

Erwachsen? Was heißt das schon.
Vernünftig? Wer ist das schon.
Ich bin Ich und Du bist Du.

 

Heute ist der 20. September. Es ist Weltkindertag. Mein Apell geht an alle meine Leser. Wir sind der wahre „Kinderbonus“ und nicht die 300€ der Regierung. Lasst uns weiter das „Sofortausstattungsprogramm“ sein und den Kindern viel Liebe entgegenbringen. Alles kommt mit seiner Zeit und eins ist jetzt schon klar. Unsere Kids haben es noch schwer genug, müssen Sie doch später all die Zuschüsse ausbaden, welche heute notwendig sind, um Covid-19 entgegenzuwirken.